Philipp’s Travel Blog
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Das Auslandssemester begann nicht wie im Film, sondern in einem schäbigen, teuren Flughafenhotel in Denver, mit zu viel Gepäck, das ich kaum tragen konnte, keiner sicheren Wohnung und sehr viel Unsicherheit. Erst Boulder drehte die Geschichte: Josh als sozialer Katalysator, Noahs WG-Zimmer als Rettungsanker, das Uni-Fahrrad als Freiheitsmaschine und eine Aussie/Kiwi-Crew, die mich brutal schnell aus der deutschen Komfortzone zog. Danach wurde aus dem Campus eine Heimatbasis und aus jedem freien Wochenende eine neue Ausrede, Amerika weiter auszureizen.

Erst verloren im AirBnB in einem Vorort, dann mit dem Fahrrad durch Boulder, als gehörte mir der Campus."
  1. Der Moment, als Boulder nach Wohnungssuche, Superior-Airbnb und Kofferchaos endlich Zuhause wurde
  2. Josh als Schlüsselperson und sozialster Mensch, den ich je kennengelernt habe
  3. Echte internationale Bubble statt deutscher Komfortzone: Aussies, Kiwis, Amerikaner und Englisch im Alltag
  4. College-Leben am CU Boulder mit Football-Hype, Ralphie, Deion Sanders, The Rock und Lil Wayne
  5. Der Campus, C4C Dining Hall, Rec Center, Flatirons, die Boulder Innenstadt (Pearl Street) und trockener Colorado-Sommer als Alltagsglück
  6. Wochenendmodus: 16 States, 13 Nationalparks, 7 Skigebiete, 7 Mietwagen und 7 Inlandsflüge
  7. Weihnachten in einer amerikanischen Familie und das Gefühl, wirklich eingeladen zu sein

Sechs Monate, sechzehn Bundesstaaten, dreizehn Nationalparks, sieben Skigebiete. Klick auf einen Marker führt zur jeweiligen Etappe.

Erstmal Nicht Zuhause

Wenn man später auf ein Auslandssemester zurückschaut, sieht alles schnell glatt aus: Campus, Freunde, Football, Roadtrips, Skifahren, Finale auf einer subtropischen Insel. Der Anfang war aber überhaupt nicht glatt. Nach dem Kalifornien-Roadtrip mit Tami landete ich am 17. August in Denver und verbrachte die ersten Tage in einem einfachen Hotel nahe dem Flughafen. Teuer, schäbig, weit draußen in Ost-Denver, ungefähr 100 Euro pro Nacht - und ich allein mit der Aufgabe, irgendwie Wohnen, Ankommen und Semesterstart zu sortieren.

Dabei hatte ich mir den Start natürlich anders ausgemalt. Die Idee zum Auslandssemester war bei mir spät gekommen, aber dann klar: einmal länger im Ausland leben, in einem englischsprachigen Land, dessen Sprache ich gut genug konnte, um wirklich an Einheimische heranzukommen - und verstehen, was diese hochinnovative, kulturell für die Welt so prägende Gesellschaft eigentlich antreibt. Beworben hatte ich mich an drei Unis; die University of Colorado Boulder war nur meine dritte Wahl. Im Nachhinein der größte Glücksfall des Vorhabens, denn die CU ist landesweit für ihr exzellentes Studentenleben bekannt. Nur spürte ich davon in diesem Hotel noch genau gar nichts.

Ich machte ein bisschen Sightseeing in Denver, aber im Hintergrund lief die ganze Zeit diese eine Frage: Wo wohne ich eigentlich? Eine erste Zusage hatte ich zwar, aber die Unterkunft lag weit draußen bei einer Familie im Norden von Boulder und fühlte sich nicht richtig an. Ich hätte kaum Autonomie gehabt und in einem Kellerzimmer gewohnt - nicht das, was man sich wünscht. Als ich absagte, blieb ich auf rund 1.000 Euro Kaution sitzen - obwohl das anders abgesprochen war. Danach hatte ich nur eine provisorische Airbnb-Lösung in einem Vorort von Boulder - Superior, bewusst in zwei Blöcken gebucht, damit ich den zweiten Teil stornieren konnte, falls ich doch noch etwas finde.

Am 20. August fuhr ich mit dem Bus und meinem ganzen Gepäck nach Boulder beziehungsweise Superior. Es war Hochsommer, trocken, heiß, eigentlich traumhaft. Nur musste ich mit Koffern und Taschen noch rund 20 Minuten bergauf zu einem riesigen Haus laufen, irgendwo in einem dieser künstlichen Vororte. Die Rollen blieben in Gehwegspalten hängen, niemand holte mich ab, niemand wartete auf mich. Da fragte ich mich wirklich, voller Verzweiflung: Was mache ich hier eigentlich?

Gleichzeitig war diese erste Woche auch ein harter Crashkurs darin, wie die USA funktionieren können. Im Airbnb traf ich einen jungen Mann in meinem Alter aufgewachsen in Texas, aus sehr einfachen Verhältnissen. Er erzählte, wie er mit Saftverkauf auf der Straße versucht hatte, Geld zu verdienen, wie er allein mit einem Freund nach New York gegangen war, wie das dort nicht funktionierte (Leute sind wohlhabender und kauften keine Säfte an Straßenständen) und wie sie zeitweise obdachlos wurden. Dieses Gespräch blieb hängen, weil es eine andere Seite Amerikas zeigte: Wenn du fällst, fängt dich nicht automatisch ein System. Du bist sehr schnell sehr allein. Es war zugleich eines der tiefgründigsten Gespräche des ganzen Semesters. Ich ging mit der nüchternen Erinnerung, dass Wohlstand nirgends der Normalzustand ist, sondern die Ausnahme.

Josh, Fahrrad, Wohnung

Am 21. August begann die Introduction Week an der CU Boulder. Und dort passierte wahrscheinlich der wichtigste soziale Zufall des ganzen Semesters: Josh sprach mich einfach an. Sinngemäß: “Hey, I’m just talking to people.” Genau so war er. Der sozialste Mensch, den ich je kennengelernt habe. Einer, der nicht nur selbst Kontakte knüpft, sondern Gruppen verbindet, Leute mitnimmt, Kreise öffnet. Ich heftete mich ziemlich schnell an ihn, und rückblickend war das eine der besten Entscheidungen des Semesters.

In diesen ersten Tagen bestand Boulder aus Orientierungsevents, Campuswegen, Informationsständen und ersten losen Kontakten. Am Abend des 22. August waren wir bowlen - eine dieser frühen Austauschstudenten-Runden, aus denen man nicht alle wiedertrifft, aber in denen sich die ersten sozialen Linien bilden. Paul, der andere Deutsche aus München, war dabei, Matt und Josh auch. Noch war nichts gefestigt, aber es begann zu rollen.

Am 23. August bekam ich dann den wichtigsten Gegenstand meines Auslandssemesters: mein Uni-Fahrrad. Ein Semester-Rental von der CU, schnell, super Qualität, mit Scheibenbremsen. Klingt banal, war aber mein absoluter Unabhängigkeitsmotor. Boulder ist trocken, sonnig, sportlich und perfekt zum Radeln das ganze Jahr über. Die viel zitierte Boulder-Behauptung von den “300 days of sunshine” ist wahrscheinlich großzügig gezählt, aber das Lebensgefühl dahinter stimmte: fast immer Licht, trockene Luft, klare Sicht und selten dieser graue, schwere Alltagshimmel, den ich aus Deutschland kenne. Mit diesem Fahrrad konnte ich diesen extrem hohen Pace des Semesters überhaupt erst gehen. Überall in 10 Minuten sein. Über den weitläufigen Campus fliegen, zur Dining Hall, zum Rec Center, zu Freunden, zu Partys, zu den Flatirons. In einer Stadt, in der ich kein Auto hatte, war dieses Fahrrad mein kleiner Schlüssel zu allem.

Am 25. August kam dann endlich die Rettung beim Wohnen. Drei Monate hatte ich schon aus Deutschland über Ralphie’s List und die CU-Facebook-Gruppen gesucht - bei einem Markt, auf dem die Nachfrage brutal, die Preise hoch und die Vermieter meist nur an Jahresverträgen interessiert waren, das alles über SMS statt WhatsApp und quer durch die Zeitverschiebung. Erst nach neun Tagen in Colorado klappte es: Ich fand Noah und ein WG-Zimmer für 1.300 Dollar in East Aurora, weniger als 500 Meter vom Campus entfernt. Ich war unendlich erleichtert. Es war nicht perfekt - Noah war lieb, aber extrem unordentlich, mit offenem Essen im Kühlschrank, einem nicht immer frischen Katzenklo und eher Dungeons & Dragons als Party-Lifestyle. Dieser Kontrast fühlte sich an wie ein Paralleluniversum: Während ich im Dauer-Roadtrip-Modus das College-Maximum ausreizte, saß er oft im Zimmer nebenan. Er tat mir manchmal leid. Gleichzeitig war diese Isolation auch teils eigene Entscheidung: An der CU kann jeder Student das gigantische Rec Center kostenlos nutzen, und das exzellente Busnetz (mit Express-Bussen zum Flughafen, nach Denver oder in die Berge zum Wandern) ist ebenfalls komplett gratis. Er war unkompliziert, ließ mich schnell einziehen, erließ mir sogar ein paar Tage Miete, und als Tami später kam, war das absolut kein Problem. Es war eine Zweck-WG, aber genau die Zweck-WG, die mein Semester möglich gemacht hat.

Das Einrichten war dann die erste Lektion darin, sich aus dem Nichts hochzuarbeiten. Ich kam an, hatte ein leeres Zimmer, kein Auto, keine Hilfe und musste kreativ werden. Die Fahrt nach Broomfield, um im Walmart eine Aufblasmatratze zu kaufen und dieses fette Paket auf dem Fahrrad nach Hause zu balancieren, war eine reine Notlösung für die erste Nacht. Später half mir Josh über sein Netzwerk: Ein Mitbewohner von ihm fuhr mir eine richtige alte Matratze mit dem Auto vorbei. Ich ließ als Dankeschön ein Sixpack deutsches Bier da. Ein schönes Bild: Man fängt bei null an und arbeitet sich durch Soziales und Improvisation nach oben. Den Rest der Einrichtung bestellte ich online bei Walmart - auch das nicht ohne Komplikationen. Eines Morgens wachte ich auf und sah auf dem Handy ein Foto: Meine Bestellung war geliefert und einfach vor der Tür abgestellt worden. Als ich öffnete, war alles weg. Geklaut. Super ärgerlich - und ein Hinweis darauf, dass es hier auch gesellschaftliche Probleme gibt: Bei mir zu Hause in München-Trudering wäre das so wohl nicht passiert.

Boulder Wird Heimat

Der soziale Durchbruch kam nicht an einem einzigen Tag, sondern über viele kleine Wiederholungen: Orientation Week, erste Partys, Bowlingabende, gemeinsame Ausflüge und schließlich die ersten Roadtrips. Spätestens rund um die ersten Wochenenden und den Moab-Trip war ich nicht mehr nur jemand, der irgendwo mitlief. Ich war Teil der Gruppe. Man schrieb mir, man dachte mich mit, man fragte, wer kommt, wer fährt und wer noch Platz im Auto hat. Weil ich mit 25 etwas reiseerfahrener war, Kreditkarten hatte und Mietwagen ohne Jugendaufschlag buchen konnte, bekam ich in der Gruppe auch eine praktische Rolle: Ich war oft der Fahrer und einer derjenigen, die Organisation zusammenhielten. Das passte gut zu mir, weil ich unglaublich gern fahre, gerne plane und gerne die Fäden in der Hand halte. Zusammen mit Josh, der extrem gut darin war, Menschen zu verbinden und für Ideen zu begeistern, wurden daraus keine vorgefertigten Uni-Ausflüge, sondern komplett selbst organisierte Abenteuer mit echten Freunden. Darauf bin ich im Nachhinein besonders stolz.

Geschenkt war dieser Anschluss aber nicht. Ich hatte keinen Mitbewohner, der mich vom ersten Tag an in eine fertige Clique zog - ich fing bei null an und musste mir alles selbst erarbeiten. Die wilden Frat-Partys der ersten zwei Wochen liefen größtenteils ohne mich, weil mein Kreis noch nicht stand. Ein ehrlicher Tiefpunkt war ein Footballabend: das Rocky-Mountain-Showdown gegen Colorado State, am Ende der berühmte Field Rush, bei dem alle aufs Feld stürmen - nur hatte ich kein Ticket und stand draußen, während viele andere mittendrin waren. Geärgert hat es mich, klar, aber es war schlicht der Preis dafür, komplett bei null anzufangen. Spätestens als unser wöchentliches Half-Fast-Subs-Ritual lief - feste Runde, jede Woche derselbe Sub-Laden auf dem Hill -, wusste ich, dass ich angekommen war.

Der wichtigste Freundeskreis am Anfang waren die Australier und Neuseeländer, die sich selbst augenzwinkernd die “Anzacs” nannten, angelehnt an den historischen ANZAC-Begriff zwischen Australien und Neuseeland. Dazu kamen Joe aus England und ich als einziger Deutscher. Mit Josh verstand ich mich am besten; er wurde mein bester Buddy in Boulder. Gerade diese Konstellation machte es für mich so wertvoll und manchmal auch anstrengend: Ich war der einzige Nicht-Muttersprachler in einer Gruppe voller Native Speaker. Australischer und neuseeländischer Slang, schnelles Englisch, andere Aussprache, andere soziale Codes - ich musste mitziehen. Aber genau das wollte ich. Ich wollte nicht im Ausland in einer deutschen Bubble landen, sondern in eine Umgebung geraten, in der niemand für mich ins Deutsche wechselt.

Die deutsche Gruppe gab es natürlich auch, aber sie spielte erst später eine größere Rolle, vor allem bei einzelnen Wochenenden und Skitagen. Am Anfang wusste ich außer von Paul nicht, dass es noch andere deutsche Austauschstudenten gab, und auch er orientierte sich eher zu den Amerikanern. Erst im letzten Teil des Semesters vermischten sich die Kreise stärker, etwa über Skitrips oder Leute wie Yannick oder Valentin, die fast meine Nachbarn waren. Aber der soziale Schlüssel blieb am Anfang klar bei den Anzacs.

Auch die amerikanischen Freunde wurden mit der Zeit wichtiger: Anthony, Nick, Garrick, Tony und später Jake und Aron. Während des Semesters reisten die Amerikaner weniger mit, weil sie stärker in ihren normalen Boulder-Alltag eingebunden waren als wir Internationals. Dafür wurden manche Verbindungen umso nachhaltiger. Anthony nahm mich über Weihnachten mit zu seiner Familie, Nick blieb ein enger Kontakt und war einer der Menschen, durch die sich Boulder nicht nur wie Austauschprogramm, sondern wie echtes Leben vor Ort anfühlte. Mit beiden hielt sich die Freundschaft weit über Boulder hinaus. Mihnea, ein Freund von Josh, der eigentlich an der UC San Diego studierte und nur zu Besuch in Boulder war, passte ebenfalls sofort in diese Dynamik - so gut, dass wir am Ende noch einmal zusammen reisen gingen.

Sprachlich habe ich in dieser Zeit nicht nur Englisch benutzt, sondern es wirklich aufgesaugt. Begrüßungen wie “Oi oi”, Ausdrücke wie “I reckon”, “dragging the chain” oder “let’s bounce” waren keine Vokabeln aus einem Kurs, sondern kleine soziale Codes. Dazu kamen amerikanische Campusbegriffe, die man zwar irgendwie kennt, aber erst vor Ort wirklich einordnet: Greek Life (Fraternities und Sororities), the Hill als Studentenviertel, pregaming als Vorglühen vor Partys, Midterms, Fourteeners (Berge über 14.000 Fuß) oder groomers, also frisch präparierte Skipisten. Und dann gab es aus der Aussie-/Kiwi-Ecke noch komplett absurde Rituale wie einen shoey - aus einem Schuh trinken, warum auch immer. Diese freiwillige Komfortzonen-Vertreibung war einer der größten Werte des ganzen Semesters: Ich wollte nicht im Ausland Deutsch sprechen und abends mit Deutschen kochen, sondern in eine Umgebung geraten, in der niemand für mich ins Deutsche wechselt. Ich musste sprachlich und sozial aufholen. Ganz spurlos blieb mein deutscher Akzent dabei nicht - am Anfang rutschte in den ersten Sätzen schnell “the German” durch, und die Aussies und Kiwis zogen mich damit gern auf. Mit der Zeit wurde das aber deutlich besser.

Alltag Zwischen C4C Und Canvas

Der normale Boulder-Alltag war mindestens genauso spektakulär wie die Ausflüge. Ich hatte mir meine Kurse so gelegt, dass Montag und Freitag möglichst frei blieben. Dienstag bis Donnerstag radelte ich quer über den Campus, teils zwischen Main Campus, East Campus und verschiedenen Departments. Ich konnte glücklicherweise viele relevante Masterkurse belegen: Data Mining, Natural Language Processing, Applied Machine Learning und Software Engineering for Scientists.

Das akademische Niveau war für mich nicht höher als in München, aber der Arbeitsmodus war anders. Viel mehr permanente Assignments, Quizzes, Canvas-Deadlines und kleine benotete Abgaben. Man konnte nicht einfach wochenlang abtauchen und am Ende lernen. Gleichzeitig lag mein Fokus ehrlich gesagt nicht auf akademischer Perfektion, sondern auf dem Leben drumherum. Ich erledigte die Sachen im Schnelldurchlauf, blieb ausreichend am Ball und baute mir den Stundenplan so, dass Reisen möglich blieb.

Mittags war oft das C4C, die große Dining Hall, mein sozialer Knotenpunkt und das große Tagesritual. Essen, Laptop aufklappen, schauen, welche Abgabe ansteht, Leute treffen, länger sitzen bleiben. Die Auswahl war faszinierend: viele verschiedene Essensstationen, Kaffee und Softdrinks zum Nachfüllen - wie ein Hotelbuffet, richtig geil. Danach Rec Center: Squash, Geräte, Sport, manchmal einfach dieses unverschämt gute Campus-Gefühl. Dazu Flatirons als Hausberge, Boulder Creek, Pearl Street, Sub-Abende bei Half Fast Subs, Partys und immer wieder die Frage: Was machen wir heute Abend beziehungsweise am Wochenende?

College Wie Im Film

Die CU Boulder war für mich tatsächlich vieles von dem, was man aus Filmen kennt. Ein riesiger Campus, eigene Sportanlagen, eigene Apps, eigene Bus- und Ride-Systeme, Clubs, Rec Center, Dining Halls, Football-Wochenenden und diese tiefe Identifikation mit der Uni. “Sko Buffs” war nicht nur ein Spruch auf Merch, sondern ein echtes Gemeinschaftsgefühl.

Besonders absurd war, dass ausgerechnet in meinem Semester Deion Sanders als Football-Coach an die CU kam. Plötzlich schaute das ganze Land auf Boulder. The Rock und Lil Wayne waren zum Saisonstart am Campus, die Spiele liefen im Fernsehen, Tickets waren teuer und schwer zu bekommen, und vor den Spielen im Folsom Field rannte Ralphie über den Rasen, flankiert von Cheerleadern, Chip als Maskottchen und diesem komplett überdrehten College-Pathos. Ich war kein Football-Nerd, aber man musste sich das anschauen, weil es mehr war als Sport. Es war Stadtfest, Popkultur, Uni-Identität und amerikanischer Wahnsinn in einem.

Auch abseits des Stadions gab es diese Film-Momente. Das erste Mal im Rec Center den Pool zu sehen, mit durchtrainierten Studierenden, die im perfekten Colorado-Wetter Volleyball spielten, fühlte sich fast zu sauber an, um echt zu sein. Vor den Spielen wurde auf Parkplätzen getailgatet, in der Stadt war Ausnahmezustand, und auf Hauspartys sah man genau diesen College-Lifestyle, den man aus Filmen kennt - nur ohne Schnitt und Soundtrack. Boulder war dabei eher die sportliche, wohlhabende Variante Amerikas. Nicht kaputt, nicht grau, nicht Klischee-USA, sondern jung, fit, sonnig und erstaunlich ästhetisch.

Überrascht hat mich außerdem, wie ernst Studium und Bildung genommen wurden. Natürlich gab es auch dort Leute, die lieber feiern als lernen wollten. Aber der Grundton war anders als in Deutschland, wo man sich mit zehn Semestern, wenig Vorlesungsbesuch und “wird schon” fast lässig geben kann. An der CU schwang mehr Wertschätzung für Bildung mit, auch durch Dinge wie den Honor Code. Das wirkte manchmal pathetisch, aber es sagte etwas über die Kultur: Studieren ist nicht nur Verwaltung, sondern Teil der eigenen Identität.

Mit 25 war ich etwas älter als viele amerikanische Studierende. In Deutschland studieren Leute länger und später; in den USA drückt das teure System viele stärker in Regelstudienzeit. Die meisten waren eher 21 oder 22. Seltsam war das kaum. Manchmal merkte ich vielleicht, dass mein Energielevel nicht immer ganz so endlos beim Feiern war. Gleichzeitig war mein Alter ein Vorteil: mehr Reiseerfahrung, Kreditkarten, etwas mehr finanzieller Spielraum, Mietwagen ohne Zusatzdrama.

Amerika In Widersprüchen

Was ich an den USA verstanden habe, kam nicht aus einer großen Theorie, sondern aus lauter Gegensätzen. Boulder war progressiv, wohlhabend, sportlich, gebildet, freundlich und für amerikanische Verhältnisse fast europäisch lebenswert. Gleichzeitig sah ich in San Francisco extreme Obdachlosigkeit, in Utah mormonisch geprägte Alkoholregeln, im wilden Nordwesten Pick-ups, Country und Feuerwerksläden, in Florida lateinamerikanische Subtropen und in Chicago eine Gastfreundschaft, die mich wirklich berührt hat.

Boulder war dabei definitiv eine Bubble. Politisch wirkte vieles harmonisch, fast erstaunlich unaufgeregt, aber wahrscheinlich auch, weil die meisten dort progressiv, jung, gebildet und nicht gerade arm waren. Im Vergleich zu Deutschland empfand ich es weniger überpolitisiert, weniger ständig moralisch aufgeladen. Sobald man nach Utah oder Wyoming fuhr, merkte man aber sofort, dass Boulder nicht “die USA” ist. Utah mit seinen mormonisch geprägten Alkoholregeln erzählte zum Beispiel ein ganz anderes Amerika.

Die Amerikaner wirkten im Alltag oft offener, gesprächiger und unkomplizierter als Bayern. Man kommt schneller ins Gespräch, wird leichter eingeladen, bekommt eher Hilfe. Gleichzeitig kann diese Offenheit oberflächlich bleiben, und die Gesellschaft ist härter. Wer Geld hat, lebt groß. Wer keines hat, fällt tiefer. Die Geschichte aus dem Superior-Airbnb, die Wohnungssuche in Boulder, die Preise und die fehlenden Sicherheitsnetze haben mir das deutlicher gezeigt als jede Statistik.

Auch sozial wirkte der Campus lockerer, als ich es aus Deutschland kannte. Man merkte, dass viele Studierende weit weg von Zuhause lebten und sich auf dem Campus ein neues Ich bauen konnten. Dating und Hookup-Culture wirkten weniger verkrampft, weniger sofort mit einem Ruf-Stempel verbunden. Ich war in einer Beziehung und habe daran nicht teilgenommen, aber als Beobachtung blieb es hängen: Für Singles muss dieser College-Kosmos ein ziemlich intensiver Spielplatz sein. Für mich lief das Beziehungsthema dabei erstaunlich rund. Tami und ich hatten es gut aufgeteilt - drei Wochen Kalifornien davor, ein Besuch in der Mitte -, sodass am Ende nur zwei, drei Monate am Stück blieben, die wir per Telefon und FaceTime überbrückten. Eine Beziehung, die so von Präsenz lebt, ins Online-Format zu verlegen, ist herausfordernd; dass es trotzdem getragen hat, lag an einem wirklich guten, stabilen Fundament - da hatte ich großes Glück. Für mich war es ohnehin leichter als für sie, weil ich ununterbrochen Neues erlebte.

Ein anderes Klischee brach Colorado komplett auf. Wenn man in Deutschland an die USA denkt, denkt man schnell an Fast Food, Übergewicht und Autos statt Bewegung. Boulder war das Gegenteil. Gefühlt waren alle jung, fit, draußen unterwegs, trailrunning-, ski-, climbing- oder mountainbike-ready. Ich fühlte mich dort teilweise eher wie einer der Unsportlicheren. Colorado ist nicht das Standardbild von Amerika, sondern eine Outdoor-Version davon: teuer, gesund, sonnig und körperlich sehr aktiv. Dabei kam dieser extrem fitte Lifestyle nie elitär oder aufgesetzt rüber, sondern absolut authentisch. Diese Menschen leben in der Höhe, sie klettern, sie gehen in die Berge. Die Natur zieht exakt diese sportliche Gesellschaft an, und genau deshalb passt es so perfekt zusammen.

Bei Waffen und Essen wurde mein Bild eher nuancierter als einfacher. Ja, Waffen sind in Teilen der USA viel normaler als in Europa, aber nicht jeder Amerikaner lebt dieses Klischee. Anthony zum Beispiel hatte nach eigener Aussage noch nie eine Waffe in der Hand gehabt - so viel zum Bild, dass jeder Amerikaner bewaffnet aufwächst. Beim Essen war es ähnlich: Es gibt sehr viel schlechtes Fast Food und sehr viel Campus-Convenience, aber auch unfassbar viele Optionen. Gutes Essen kann nur sehr schnell sehr teuer werden.

Auch beim Umwelt- und Ressourcenbewusstsein prallten Welten aufeinander. Riesige Autos, Klimaanlagen, Walmart rund um die Uhr, Einweglogik, weite Wege, alles größer und bequemer. Bei uns lief die Klimaanlage teilweise einfach den ganzen Tag, weil Strom billig war und niemand groß darüber nachdachte. In Deutschland steckt viel mehr Effizienzdenken: Ausgaben niedrig halten, Ressourcen sparen, optimieren. In den USA fließt Geld rein und wieder raus.

Earn big, spend big.

Das gilt für Geld genauso wie für Energie. Als Europäer schüttelt man darüber den Kopf - und nutzt es dann trotzdem, weil es praktisch ist. Genau diese Ambivalenz blieb: Ich fand Amerika oft absurd, aber ich habe es auch genossen.

Wochenendmodus

Sobald Boulder als Basis funktionierte, wurde das Semester zum Roadtrip-System. Denver Airport war eine Stunde entfernt, Mietwagen waren mit ADAC-Portal erstaunlich bezahlbar, Nationalparks lagen in Reichweite, und mit freien Montagen und Freitagen wurde fast jedes Wochenende dehnbar. Die einzelnen Etappen erzählen ihre eigenen Geschichten: Kalifornien mit Tami, Chicago, Moab, Cleveland-Niagara-Toronto-Detroit, Tamis Colorado-Besuch, Thanksgiving im Südwesten, Winter Park, Weihnachten in Chicago, Aspen im Camper, Jackson Hole und am Ende Florida.

Die Hauptseite hier soll diese Trips nicht doppelt nacherzählen. Wichtiger ist: Sie waren möglich, weil Boulder funktionierte. Weil es eine Wohnung gab, ein Fahrrad, einen Freundeskreis, Leute mit Energie, Autos, Kreditkarten, Ikon Pass, Dining-Hall-Routinen und genug jugendlichen Größenwahn, um nach einer harten Woche trotzdem wieder irgendwohin aufzubrechen.

Finanziell war das nicht romantisch. Insgesamt kostete mich das Semester etwa 15.000 Euro. Ich hatte keine großen Stipendien bekommen, nur einen Reisekostenzuschuss der Hochschule und Unterstützung von meinen Eltern. Das war viel Geld. Gleichzeitig sparte ich durch das Austauschprogramm die regulären Studiengebühren der CU - rund 23.000 Dollar, die ich als Austauschstudent für meinen 100-Euro-Semesterbeitrag praktisch geschenkt bekam. Ich bekam also Zugang zu einem College-System, das normalerweise absurd teuer ist, und musste “nur” mein Leben und Reisen vor Ort finanzieren.

Rückblickend war es deshalb eine bewusste Entscheidung: Diese Gelegenheit kommt kein zweites Mal. Ein halbes Jahr alleine leben hätte überall Geld gekostet, und hier bekam ich dazu noch Campus, USA, Sprache, Freundschaften, Reisen und wahrscheinlich auch beruflich verwertbare Erfahrung. Teuer, ja. Aber für mich vertretbar, weil es nicht Konsum um des Konsums willen war, sondern einmalig geöffnete Tür.

Abschied

Gegen Ende kippte der Zustand fast ins Gegenteil des Anfangs. Im August war ich allein, ohne Wohnung, ohne Anker. Im Dezember konnte ich mich kaum noch retten vor sozialem Kontakt, Plänen, Einladungen, Reisen, Skitagen und Abschieden. Das war wunderschön, und für mich eher Feature als Bug. Am schlimmsten waren am Anfang die Abende, an denen nichts passierte und man allein zuhause saß und anfing, alles zu hinterfragen. Später war fast immer irgendetwas: Dinner, Training, Party, Sub-Abend, Trip-Planung, Skitag, Abschied. Das war viel, aber genau diese Fülle hatte ich gesucht. Nach dem Semester leerte sich Boulder schnell, weil die amerikanischen Studierenden zu ihren Familien fuhren. Ich zog mit: Weihnachten in Chicago mit Anthony, Aspen, Neujahr in Jackson Hole, Florida.

Als ich Boulder verließ, tat es weh. Ich hatte mich gerade richtig eingelebt, die Skisaison fing eigentlich erst an, die Freundschaften standen, die Routinen saßen. Ich stand noch einmal auf dem Feld vor der Leeds School of Business, mit diesem perfekten Blick auf die Flatirons, und spürte ziemlich deutlich, dass ich gerade einen komplett übertrieben guten Lifestyle wieder abgebe. Danach aß ich ein letztes Mal Snarfburger und dachte: Ein zweites Semester wäre jetzt perfekt. Aber genau deshalb war es stark. Es endete nicht, weil es leer war, sondern weil es gerade voll geworden war.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Das traf hier voll zu.

Der schwerste Abschied war ohnehin keiner von einem Ort, sondern von einem Menschen. Josh ging zurück nach Neuseeland, und es gibt kaum einen Platz auf der Welt, der weiter weg ist. Bei ihm wusste ich, dass „bis bald” eine Lüge ist - und genau das tat weh.

Danach wurde es noch einmal richtig hart, diesmal körperlich. Über Neujahr fuhr ich für Big Sky und Jackson Hole nach Wyoming und Montana, frisch mit dem Ikon Pass. Besonders eine Nacht blieb mir: in Aspen, nachts im Camper-Van. Ich wachte halb krank und komplett durchgefroren auf, stapelte gefühlt fünfzehn Decken auf mich und kam trotzdem nicht warm. Das Gesicht eiskalt, der Atem im Zimmer fast gefroren. Der amerikanische Winter hat mir körperlich gezeigt, was “kalt” wirklich heißt. Danach das Kontrastprogramm Florida: von der Eiskälte in die Subtropen, Miami-Nightlife, Everglades und die Keys runter bis Key West - der wärmste mögliche Abschluss vor dem Heimflug.

Am 12. Januar landete ich mit meinem Gepäck am Münchner Flughafen, und der umgekehrte Kulturschock schlug sofort und unbarmherzig zu. Nach Monaten in einer reinen College-Stadt voller junger, unbeschwerter Menschen wirkte Deutschland plötzlich extrem spießig, alt und kalt. Es fehlte der lockere Smalltalk, und München fühlte sich an wie eine Stadt nur für alte Leute und Snobs. Der unbeschwerte Studenten-Lifestyle, den man in Boulder so pur erlebte, war schlagartig vorbei.

Und doch fühlte sich die Heimkehr nicht nur leer an. Anders als der Abschied von Boulder war sie an etwas Gutes gekoppelt: Ich kam zu Tami zurück, hatte schon einen Platz für meine Masterarbeit sicher, sah meine Freunde wieder - und mit dem Ikon Pass in der Tasche konnte ich den Winter in den Alpen einfach weiter Ski fahren. Als Souvenir blieben mir Berge von CU-Merch und vor allem mein amerikanischer Führerschein aus Colorado - den bekommt man als Tourist nicht, dafür muss man dort mit Visum gelebt haben. Ob ich je in den USA arbeiten will, habe ich für mich eher verneint: zu wenig Urlaub, zu viel Arbeit, schwer vereinbar mit meinem eigentlichen Lebensziel, dem Reisen. Geblieben ist trotzdem eine starke Verbundenheit, ein tieferes Gefühl für die amerikanische Seele und großer Respekt vor ihrer Produktivität und Kreativität.

Diese Reise besteht aus 12 eigenständigen Etappen mit jeweils eigener Crew und eigener Geschichte.

  1. Kalifornien-Auftakt - Westcoast, Nationalparks und Wüste
    Jul 2023 18

    Zweieinhalb Wochen Pre-Semester-Roadtrip mit Tami durch Kalifornien — von San Francisco runter bis nach Los Angeles, mit Yosemite, Sequoia, San Diego und Joshua Tree als Detour ins Innere.

    Kalifornien-Auftakt Westcoast, Nationalparks und Wüste

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  2. Chicago - Wolkenkratzer, Rooftops und Red Line
    Sep 2023 4

    Mein erster großer Wochenendtrip während des Auslandssemesters: mit Frontier nach Chicago, dort mit Laurenz und Max durch Wolkenkratzer, Rooftops, Gangster-Geschichte, Deep-Dish-Pizza und eine Red-Line-Fahrt, die mir bis heute im Kopf geblieben ist.

    Chicago Wolkenkratzer, Rooftops und Red Line

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  3. 15-Sitzer-Van vor roten Felsformationen im Arches National Park
    Sep 2023 3

    Der erste große Wochenendausflug mit der internationalen Haupt-Freundesgruppe (Australier und Neuseeländer) in den USA. Im 15-Sitzer Ford Transit ging es auf einen wilden Roadtrip nach Moab. Arches National Park, der legendäre Slickrock Trail und fette Partys.

    Moab Im 15-Sitzer mit der Aussie/Kiwi-Crew

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  4. Niagara-Roadtrip - Cleveland, Toronto und Detroit
    Sep 2023 3

    Ein verlängertes Wochenende als One-Way-Roadtrip: Flug nach Cleveland, Fahrt zu den beeindruckenden Niagarafällen, Bootstour in Toronto und eine unangenehme Begegnung im verlassenen Detroit.

    Niagara-Roadtrip Cleveland, Toronto und Detroit

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  5. Tamis Colorado-Besuch - Campus-Alltag, Rockies und Halloween
    Okt 2023 15

    Tami kam im Oktober für zwei Wochen nach Boulder: Campus-Alltag, Rec Center, Flatirons, Pumpkin Patch, Rocky Mountain National Park, Pikes Peak, Garden of the Gods, Summit County, Denver, Fort Collins, Halloween-Schnee und ein Kulturschock auf der Firing Range.

    Tamis Colorado-Besuch Campus-Alltag, Rockies und Halloween

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  6. Winter Park - Erstes Skifahren in den Rockies
    Nov 2023 2

    Saison-Opener in Winter Park und Copper Mountain. Erstes Skifahren der Saison mit Valentin, Svenia, Sophia, Maxi, Nicki D, Mats S und Stephanie.

    Winter Park Erstes Skifahren in den Rockies

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  7. Thanksgiving-Roadtrip - Südwesten in 11 Tagen
    Nov 2023 11

    11 Tage Roadtrip durch Colorado · Utah · Arizona · Nevada — Sand Dunes, Mesa Verde, Monument Valley, The New Wave, Zion, Grand Canyon, Vegas, Bryce, Capitol Reef. Thanksgiving in Silverthorne mit A-Basin und Copper Mountain Skitagen.

    Thanksgiving-Roadtrip Südwesten in 11 Tagen

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  8. Powder Weekend - Winter Park, Tree Runs und Mary Jane
    Dez 2023 3

    Zwei Nächte in Winter Park, diesmal endlich mit massig Neuschnee: ein vollgepacktes Airbnb mit rund 20 Leuten, Tree Runs, Mary Jane-Moguls und tiefe Einblicke in die absurde US-Skikultur.

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  9. Chicago zu Weihnachten - Drive Home
    Dez 2023 6

    Zu Weihnachten bei Anthonys Familie eingeladen: Drive von Boulder nach Chicago, Christkindlmarkt, Deep Dish und ein sehr amerikanisches Weihnachtsfest.

    Chicago zu Weihnachten Drive Home

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  10. Aspen im Campervan - Luxus-Ort und Kälte-Härtetest
    Dez 2023 3

    Direkt nach Weihnachten mit Josh im Escape Camper Van nach Aspen: Skifahren im Luxus-Mekka, Spaghetti Bolognese am Kofferraum, Fast-Crash im Hecktriebler und eine Nacht bei fast -20 °C auf dem Parkplatz.

    Aspen im Campervan Luxus-Ort und Kälte-Härtetest

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  11. Jackson Hole - Silvester, Tetons und Big Sky
    Dez 2023 6

    Silvester in Jackson Hole, dann Tetons, Yellowstone-FOMO, Big Sky und Bozeman. Mit Josh E, Aron und Jake.

    Jackson Hole Silvester, Tetons und Big Sky

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  12. Florida-Finale - Miami, Sümpfe und die Keys
    Jan 2024 7

    Das große Finale des Auslandssemesters: Vom Abschied in Boulder in die Subtropen Floridas. Miami-Vibes, fragwürdige Gator-Farms, der Overseas Highway nach Key West und ein letztes Mal Feiern, bevor die Reisemüdigkeit siegt.

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Semester In Zahlen

KategorieBilanz
Zeitraum166 Tage, 31.07.2023 bis 12.01.2024
Uni-ZeitIntroduction Week ab 21.08., Vorlesungen ab 28.08., Notenschluss am 20.12.
HomebaseBoulder, University of Colorado, East Aurora nahe Campus
Kostenca. 15.000 inklusive Reisen
Straßeca. 16.000 km im Auto
Mobilität7 Mietwagen, 7 Inlandsflüge, 1 unbezahlbares Uni-Fahrrad
States16: California, Colorado, Illinois, Utah, Ohio, Pennsylvania, New York, Michigan, Arizona, Nevada, Nebraska, Iowa, Wyoming, Idaho, Montana, Florida
Städte28 Stationen, von San Francisco und Chicago bis Jackson, Bozeman, Miami und Key West
Nationalparks13: Yosemite, Sequoia, Joshua Tree, Arches, Rocky Mountain, Great Sand Dunes, Mesa Verde, Zion, Grand Canyon, Bryce Canyon, Capitol Reef, Grand Teton, Everglades
Skitage12 Tage in 7 Skigebieten: Winter Park, Copper Mountain, Arapahoe Basin, Eldora, Aspen, Jackson Hole, Big Sky

Und weil eine Liste aus Staaten und Zahlen schnell abstrakt wird, hier die Landkarte des Semesters in Tabellenform - wo ich wirklich war:

BundesstaatStationen
CaliforniaSan Francisco, Los Angeles, San Diego, Malibu, Palm Springs, Big Sur, Monterey, Santa Cruz, Napa, Cupertino, Palo Alto
ColoradoBoulder, Denver, Fort Collins, Colorado Springs, Breckenridge, Aspen
UtahMoab
WyomingJackson
MontanaBozeman
NevadaLas Vegas
IllinoisChicago
OhioCleveland
New YorkBuffalo
MichiganDetroit
FloridaMiami, Key West
Kanada (Ontario)Toronto
Nur durchquert / nur ParksArizona, Pennsylvania, Idaho, Nebraska, Iowa
MonatWas das Semester geprägt hat
AugustKalifornien-Ende, Denver-Ankunft, Wohnungspanik, Superior, Orientation, Josh, Fahrrad, Noahs WG
SeptemberAnkommen in Boulder, erste Routinen, Chicago, Moab, Aussie/Kiwi-Crew und sozialer Durchbruch
OktoberTami in Colorado, Campus-Alltag zeigen, Rocky Mountain NP, Pikes Peak, Fort Collins, Halloween und erster Schnee
NovemberAssignments plus Reisemodus, erstes Skifahren, Thanksgiving-Roadtrip durch den Südwesten
DezemberPowder in Winter Park, Semesterende, Weihnachten in Chicago, Aspen-Camper und Aufbruch ohne feste Boulder-Wohnung
JanuarJackson Hole/Big Sky als eiskalter Nachbrenner, dann Florida-Wärme und Heimflug aus Miami

Am Ende war das Auslandssemester weniger ein einzelner Trip als ein Persönlichkeitstest mit guter Aussicht: allein ankommen, Anschluss finden, englisch leben, Geld ausgeben, Assignments schaffen, zu viel reisen, trotzdem weiterfahren, und irgendwann merken, dass aus einem fremden Campus ein Zuhause geworden ist.

  1. Einsamer Start im Flughafenhotel in Denver, bevor Boulder überhaupt greifbar war
  2. Wohnungsstress, verlorene Kaution und die ersten Tage ohne Auto, ohne echten Anker
  3. ca. 15.000 Euro Kosten und ständiges Abwägen zwischen Sparen und Ausnutzen
  4. Assignments, Quizzes und Canvas-Deadlines parallel zum Dauer-Reisemodus
  5. Am Ende so viel sozialer Kontakt und so viel Reise-Tempo, dass die Energie spürbar leer wurde
  1. Ein zweites Semester in Boulder, gerade als Freundeskreis und Skisaison perfekt liefen
  2. Yellowstone richtig erleben statt nur nah dran vorbeizufahren
  3. Von Anfang an eine stabile Wohnung und weniger Nervenkrieg beim Ankommen
Kapitel · USA

USA

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Kein einzelner Trip, sondern ein Lebensabschnitt: erst Wohnungspanik in Denver/Superior, dann Boulder als Heimatbasis mit einem fantastischen Campus, toller Natur, Football Saturdays und einem großen Freundeskreis. Die USA wirkten in diesen Monaten gleichzeitig offen, großzügig, brutal teuer, innovativ, verschwenderisch, unfassbar gastfreundlich und sozial deutlich härter als Europa.

Amerika war nicht nur groß, sondern widersprüchlich: herzlich und hart, frei und teuer, offen und gnadenlos."
  • Boulder · CU Campus Heimatbasis. Flatirons im Rücken, Pearl Street vor der Tür, C4C und Rec Center als Studi-Alltag.
  • Denver Hauptstadt von Colorado, Hub für Anflug + Roadtrip-Starts.
  • Fort Collins New Belgium Brewery Tour + Halloween-Party. Tagesausflug aus Boulder.
Kapitel · Kanada

Kanada

Im Atlas öffnen

Der einzige echte Auslandsteil im Auslandssemester: Kanada beim Cleveland-Niagara-Toronto-Detroit-Wochenende.

Kurz rüber nach Kanada, einmal Toronto und Niagara mitnehmen."