Ein wilder Season-Opener! Statt wie sonst mit den Kiwis und Aussies war ich dieses Mal mit einer reinen deutschen Truppe unterwegs. Es lag zwar noch recht wenig Schnee, aber das riesige Airbnb mit Whirlpool, massig Bierpong und einem legendären "Naked Run" haben das Wochenende absolut unvergesslich gemacht.
„Wenig Schnee, viel Bierpong und ein Naked Run – Season Opening auf Deutsch!"
- Saisonopener auf Mary Jane
- Erste Crew-Skitour
- Dosenstechen auf dem Parkplatz und der 'Naked Run'
Dann ging also auch die Skisaison los. Nach Wochen voller Roadtrips, Campus-Partys und Herbstsonne war das der Moment, an dem Colorado endgültig in den Wintermodus kippte. Vom 12. bis 13. November fuhren wir nach Winter Park, diesmal nicht mit der Aussie- und Kiwi-Crew, sondern mit einer fast komplett deutschen Gruppe: Valentin, Svenia, Sophia, Maxi, Nicki D, Mats S und Stephanie. Gerade dieser Wechsel machte den Trip besonders. In Boulder hatte ich mich bewusst aus der deutschen Bubble herausgehalten, aber gegen Ende des Semesters wurde es schön, dass sich die Kreise stärker mischten. Für ein Skiwochenende passte die deutsche Gruppe perfekt.
Frühstart Nach Winter Park
Die Organisation lief wieder nach dem Muster, das sich im Semester langsam eingespielt hatte: Ich mietete ein Auto, diesmal einen 6-Sitzer Chrysler Van, und wurde wieder zum Fahrer. Stephanie und Svenia waren schon unterwegs, den Rest sammelte ich früh morgens in Boulder ein. Um 7 Uhr ging es mit Sophia, Maxi, Valentin, Mats und Nicki los. Draußen war es kühl, aber noch nicht tiefwinterlich. Genau diese Zwischenzeit war spannend: Boulder fühlte sich noch nach spätem Herbst an, aber in den Bergen wartete schon der erste Schnee.
Winter Park war mein erster richtiger Skitag in den Rockies. Natürlich war die Saison noch jung. Viele Lifte und Runs waren geschlossen, die Schneedecke war dünn, und vom berühmten Colorado-Powder war noch nicht viel zu sehen. Trotzdem war es ein besonderer Moment, wieder auf dem Board zu stehen - diesmal nicht in Österreich oder Südtirol, sondern mitten in Colorado. Mary Jane, Vasquez Ridge, amerikanische Liftlogik, riesige Parkplätze, Pickup-Trucks, frühe Saisonstimmung: Es fühlte sich sofort anders an als Skifahren in Europa.
Dosenstechen Und Naked Run
Schon am Parkplatz war klar, dass dieser Trip weniger ein sportlicher Hochleistungstag als ein sozialer Season Opener werden würde. Wir trafen die anderen, machten erstmal Dosenstechen und gingen dann gemeinsam auf die Piste. Es war noch wenig offen, aber die Stimmung war sehr gut. Man musste nicht den perfekten Skitag erwischen, um Spaß zu haben. Es ging darum, die Saison zu starten, zusammen unterwegs zu sein und den Ikon Pass endlich wirklich zu nutzen.
Das absurdeste Highlight war der sogenannte “Naked Run”, der in Wahrheit eher ein oben-ohne-Run war. Irgendwann kam diese Idee auf, und plötzlich düsten wir in der Kälte halb ausgezogen den Berg hinunter. Objektiv nicht besonders vernünftig, aber extrem lustig. Genau solche Aktionen unterscheiden einen normalen Skitag von einem Auslandssemester-Skitag: Man macht Dinge, die man wahrscheinlich daheim nie so planen würde, aber in der Gruppendynamik plötzlich komplett logisch wirken.
Airbnb, Whirlpool Und Bierpong
Am Abend begann der eigentlich wilde Teil des Wochenendes. Wir hatten ein großes Airbnb mit vielen Betten, viel Platz und vor allem einem heißen Whirlpool. Nach einem frühen Skitag gibt es kaum etwas Besseres als heißes Wasser, Bier und das Gefühl, dass draußen irgendwo in den Rockies der Winter beginnt.
Drinnen ging es mit Bierpong und Rage Cage weiter. In dieser deutschen Runde war Alkohol natürlich auch selbstverständlicher Teil des Abends als bei manchen anderen internationalen Runden. Im Whirlpool landeten Tiefkühlpizza und Bier, die wir aus dem Apartment mitgenommen hatten. Das war nicht glamourös, aber sehr genau das, was dieser Trip sein sollte: ein chaotisches, lustiges Skiwochenende mit Leuten, die gegen Ende des Semesters immer mehr Teil meines erweiterten Boulder-Netzwerks wurden.
Der einzige echte Tiefpunkt war Svenias MacBook. In ihrem Rucksack war Wasser ausgelaufen, und auch der klassische Reis-Rettungsversuch half nicht mehr. Für sie war das richtig bitter. Für den Trip blieb es als die eine ärgerliche Sache hängen, die man bei allem Spaß nicht einfach weggrinsen konnte.
Copper Zum Abschluss
Am nächsten Tag ging es weiter nach Copper Mountain, genau zum Season Opening. Das Skigebiet gefiel mir auf Anhieb sogar noch besser. Die Pisten wirkten länger, etwas steiler und ideal zum Heizen. Auch hier war noch wenig Schnee, aber man merkte schon, welches Potenzial diese Colorado-Skigebiete haben würden, sobald der Winter richtig da ist.
Rückblickend war dieser erste Ski-Trip kein perfekter Powder-Trip, sondern ein Auftakt. Wenig Schnee, viel Gruppe, viel Blödsinn, ein großes Haus, ein Whirlpool, frühes Aufstehen, Autofahren, deutsche Dynamik und das Gefühl: Jetzt beginnt ein neuer Teil des Auslandssemesters. Ab jetzt war Boulder nicht mehr nur Campus und Roadtrip-Basis, sondern auch Sprungbrett in die Skisaison der Rockies.
- Svenias MacBook im Rucksack durch Wasser zerstört