Philipp’s Travel Blog
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↑ Etappe von „USA — Auslandssemester in Boulder"

Maximaler Ertrag für minimales Geld: Das war die Idee hinter Aspen im Campervan. Aspen ist eines der legendärsten und teuersten Skigebiete der Welt, für Studenten eigentlich komplett absurd. Genau deshalb war der Kontrast so stark: Wir schliefen im Escape Camper Van, kochten auf dem Parkplatz und putzten Zähne neben dem Auto, während wir auf dem Berg mit Leuten im Lift saßen, die mit dem Privatjet eingeflogen waren. Wir gehörten dort nicht wirklich hinein, wurden mit unserem Camper-Ansatz aber erstaunlich offen akzeptiert.

Aspen: Privatjets im Liftgespräch, Spaghetti am Kofferraum und -20 °C im Camper."
  1. Budget-Trip ins Luxus-Mekka: Escape Camper Van statt Aspen-Hotel
  2. Beinahe-Crash auf Schneedecke im Hecktriebler
  3. Liftgespräche mit Privatjet-Leuten aus New Mexico
  4. Kaiserwetter auf Aspen Mountain und Buttermilk
  5. Nicks Schussfahrt-Kamikaze und Ifts Snowboard-Einsatz
2 Stopps · Route: Auto + Camper

Kaum war ich aus Chicago zurückgekehrt, stand schon das nächste Abenteuer an. Am 26. Dezember landeten wir in Denver, und Josh und ich holten direkt unseren Mietwagen ab: einen Escape Camper Van. Pausenlos weiter, so wie ich es mag.

Unser Ziel war eines der berühmtesten Skigebiete der Welt: Aspen. Das kennt man, das ist legendär, und wenn man schon ein Auslandssemester in Colorado macht, darf man es eigentlich nicht auslassen. Gleichzeitig ist Aspen für Studenten fast unbezahlbar. Also lautete unsere Strategie: maximaler Ertrag für minimales Geld. Camper mieten, im Camper schlafen, Aspen trotzdem mitnehmen.

Breckenridge und der Beinahe-Crash

Wir fuhren nicht direkt bis Aspen durch. Die erste Nacht verbrachten wir in Breckenridge, wo die Familie unseres Uni-Freundes Joe gerade zum Skifahren war. Wir durften uns mit dem Van in die Einfahrt stellen und bekamen sogar Strom für unseren kleinen Heizlüfter. Der fiel leider sofort aus, aber immerhin gab es noch ein nettes Abendessen mit der Familie. Gut gestärkt ging es in die erste Camper-Nacht.

Am nächsten Morgen brachen wir extrem früh Richtung Aspen auf. Draußen war es noch stockdunkel, vielleicht fünf Uhr oder sogar früher. Ich war noch müde und legte mich hinten in das Bett des Vans, um weiterzuschlafen. Das war im Nachhinein komplett dumm, weil ich natürlich nicht angeschnallt war.

Josh fuhr mit dem Ford-Van auf die Autobahn. Was wir nicht richtig auf dem Schirm hatten: Das Ding hatte Heckantrieb. Auf der Auffahrt lag eine geschlossene Schneedecke, Josh beschleunigte, und plötzlich ging der Van quer. Ich lag hinten im Bett, unangeschnallt, und dachte wirklich: Jetzt ist es vorbei. Zum Glück war zu dieser Uhrzeit kaum Verkehr. Josh fing den Van irgendwie wieder ab, und nichts passierte. Aber der Schock saß. Lesson learned: Ab da saß ich angeschnallt auf dem Beifahrersitz und schlief nicht mehr hinten.

Skifahren mit Privatjet-Leuten

Gegen 9 Uhr kamen wir am Parkplatz an. Unsere Aspen-Morgenroutine war nicht ganz Little-Nell-kompatibel: Zähneputzen und Umziehen in der Kälte direkt neben dem Camper. Aber genau dieser Kontrast machte den Trip aus.

Dann ging es auf den Berg, zuerst auf Aspen Mountain, lokal auch Ajax genannt. Das Wetter war traumhaft: Kaiserwetter, blauer Himmel, weite Pisten und schöne Aussichtspunkte über die Rocky Mountains. Der Schnee war leider nicht so gut wie erhofft, deshalb ließen wir die wirklich legendären Bowl-Abfahrten wie den Highland Bowl aus. Aber landschaftlich war das Skifahren trotzdem stark.

Fast noch verrückter als das Skigebiet selbst waren die Leute, die wir dort trafen. Aspen ist noch exklusiver, als man es sich vorstellt. Im Lift kamen wir mit einem Mann ins Gespräch, der erzählte, er sei aus Albuquerque, New Mexico, angereist. Wir meinten noch, dass es von dort doch gar keine passenden Linienflüge nach Aspen gebe. Seine trockene Antwort: Nein, nein, er komme mit seinem Privatjet. Das war Klassenkontrast in Reinform: Man sitzt im selben Lift, redet ganz normal übers Skifahren und ist für ein paar Minuten irgendwie gleich, obwohl die Nullen auf den Bankkonten wahrscheinlich in völlig verschiedenen Welten liegen.

Das Schönste daran: Wir passten mit unserem Camper-Setup offensichtlich überhaupt nicht in diese Designer-Ortskulisse, aber viele Leute fanden genau das cool. Es fühlte sich ein bisschen an, als hätten wir den Luxus infiltriert. Nicht, weil wir dazugehört hätten, sondern weil niemand uns als unerwünschte Eindringlinge behandelte. Eher im Gegenteil: Viele waren beeindruckt, dass wir Aspen so Low-Budget durchzogen.

Spaghetti am Kofferraum

Mittags kochten wir direkt am Parkplatz Spaghetti Bolognese auf der kleinen Platte hinten am Escape Camper Van. Aspen um uns herum: Luxus, Privatjets, Designerläden. Wir: Nudeln am Kofferraum. Genau so musste man diesen Ort eigentlich erleben, weil der Kontrast sonst nie so stark gewesen wäre.

Am Abend parkten wir zum Schlafen auf dem 400 Brush Creek Road Parking-Lot in der Nähe von Snowmass. Wir hatten vorher recherchiert, dass das so ein Mittelding sei: nicht direkt im Ort Aspen, anscheinend eher toleriert, wenn man dort im Fahrzeug schläft. Von dort fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, trafen Ben aus dem Auslandssemester, tranken noch etwas und nahmen ein bisschen Après-Ski-Atmosphäre mit.

Die Nacht war dann brutal. Ich war ohnehin schon ziemlich krank und nicht bei 100 Prozent. Dazu fiel die Temperatur auf fast -20 °C. Den Motor wollte ich nicht laufen lassen, weil wir Alkohol getrunken hatten und ich gelesen hatte, dass man in den USA schon Probleme wegen DUI bekommen kann, wenn man betrunken im Auto schläft und der Motor läuft oder der Schlüssel steckt. Also blieb der Camper aus. Und ich fror.

Josh, der Verräter, schlief dann gar nicht im Camper. Er zog mit Ben weiter und kam warm bei ihm unter, während ich allein im Kühlschrank-Van lag. Der Beinahe-Crash war der größere Schockmoment, aber diese Nacht war der körperliche Preis des Trips: frieren, durchstehen, am nächsten Tag trotzdem weiterfahren. Die Erkältung schleppte ich danach noch in Richtung Jackson Hole mit.

Nick im Schuss und Ift auf dem Board

Am 28. Dezember kamen Nick und Ift für unseren zweiten Skitag aus Boulder dazu. Nick lieferte eines der Highlights: Er fuhr einfach alles im Schuss. Ich habe selten jemanden so kompromisslos schnell den Berg hinunterfahren sehen, fast ohne Schwünge, einfach runter. Genial XD!

Ift war auf dem Snowboard noch eher Anfänger und tat sich am Anfang schwerer. Gerade deshalb war es beeindruckend, wie gut er sich durchkämpfte. Aus Bangladesch kommend überhaupt so schnell auf dem Snowboard zurechtzukommen, ist schon stark.

Aspen selbst blieb als Ort absurd: Designerläden, unfassbarer Wohlstand, eine Exklusivität, in die wir eigentlich nicht hineinpassten. Aber genau das machte den Trip so gut. Wir haben einen Ort, der auf Luxus gebaut ist, mit maximaler Low-Budget-Energie geknackt. Camper statt Hotel, Parkplatz statt Lodge, Spaghetti statt Hütte. Das Kernbild bleibt genau dieser Gegensatz: Aspen-Luxus auf der einen Seite, Camper-Härtetest auf der anderen. Nicht komfortabel, aber genau die Art von Reise, die sich später eingebrannt hat.

  1. Heizlüfter ausgefallen und nachts fast -20 °C im Van
  2. Krank/angeschlagen und trotzdem eiskalt im Camper geschlafen
  3. Zu wenig Schnee für die richtig legendären Bowl-Abfahrten